Welche Stoffe sind im Weihrauch enthalten?

Wussten Sie eigentlich schon, dass es sich bei Weihrauch um ein Harz handelt? Das Weihrauchharz unterscheidet sich aber in vielen Dingen von den üblichen Baumharzen – gemeinhin bezeichnet man das Weihrauchharz auch nur als Weihrauch.

Das Weihrauchharz setzt sich aus mehreren Inhaltsstoffen zusammen. Diese lassen sich in zwei große Gruppen einteilen.
- Inhaltsstoffe mit pharmakologischer Wirkung und
- Inhaltsstoffe ohne pharmakologische Wirkung


Ca. 40 % des Weihrauchharzes haben keine pharmakologische Wirkung, das bedeutet diese Inhaltsstoffe gehen keine therapeutisch nutzbare Wechselwirkungen mit dem Körper ein.

Hierzu gehören Proteine, Polysaccharide, Schleimstoffe und ätherische Öle. Ätherische Öle werden hauptsächlich in der Parfümindustrie verwendet oder bei Aromatherapien, Weihrauchöl hat jedoch ansonsten keine Wirkung auf den Körper.

Die wirksamen Inhaltsstoffe des Weihrauchharzes

Die restlichen 60 % des Weihrauchharzes sind somit die pharmakologisch wichtigen Inhaltsstoffe. Diese teilen sich nochmals in zwei Hauptgruppen den Neutralbestandteilen (ca. 30 %) und den Harzsäuren (30 %). Die Neutralbestandteile sind bis dato noch nicht so sehr im Forschungsfokus gestanden wie die Harzsäuren (hierbei sind sicherlich die bekanntesten die Boswelliasäuren). Man weiß heute von einigen Neutralbestandteilen, dass auch sie einen wichtigen Anteil an der Gesamtwirkung haben. Einige Forschungsarbeiten gibt es z. B. zu Incensol und Incensol-Acetate, die beide zu den Neutralbestandteilen gehören.

Die am besten untersuchten Inhaltsstoffe sind jedoch eindeutig die Harzsäuren. Es gibt die tetrazyklischen Triterpensäuren, zu ihnen gehören die Robursäuren und die Tirucallensäuren. Und es finden sich die pentazyklischen Triterpensäuren - zu ihnen gehören die Lupansäuren und die Boswelliasäuren.

Die Boswelliasäuren kommen ausschließlich im Weihrauchharz vor. Die vier wichtigsten Boswelliasäuren sind:

  • ß-Boswelliasäure
  • Acetyl-ß-Boswelliasäure
  • Keto-Boswelliasäure
  • Acetyl-keto-Boswelliasäure)

Sie unterscheiden sich sowohl in ihrer Wirkung als auch in ihrer Bioverfügbarkeit , das bedeutet wie Stoffe vom Körper aufgenommen werden können.