Weihrauch - Medizinische Verwendung in der Neuzeit

Weihrauch - medizinische Verwendung in der Neuzeit

Weihrauch hat eine lange Tradition in der medizinischen Anwendung. Natürlich war zunächst vorwiegend in den Herkunftsländern des Weihrauchs (in Indien, Oman, Jemen, Äthiopien, Eritrea und auch dem Sudan) das Wissen über dessen heilende Wirkungen vorhanden. Dieses Wissen gelangte im Anschluss jedoch auch nach Europa, wo der Weihrauch zu einer bedeutsamen Heilpflanze in der Medizin wurde.

Der medizinsche Weg des Weihrauchs

Hildegard von Bingen (1098-1179) beschreibt in ihrem Buch „Physika“ (erste Naturgeschichte Deutschlands), dass sie Weihrauch u. a. bei Tinnitus und Schwerhörigkeit einsetzt.

Im Hochmittelalter kommt das Weihrauchharz in Emulsionen oder Pillenform zu großer Bedeutung. Weihrauch wurde aufgrund seiner breiten Wirkung in der Antike und im Mittelalter beinahe als „Allheilmittel" betrachtet.

Der Leibarzt der Kaiser Ferdinand I. und Maximilian II. liefert eine genaue Beschreibung bei welchen Erkrankungen Weihrauch wirksam ist. Bei der innerlichen Anwendung diente es zur Behandlung bei roter Ruhr, Blutspeien, Erbrechen, heftige Magenschmerzen und kalten Husten und bei der äußerlichen Anwendung hat es eine geschwür- und wundheilende Wirkung und hilft bei erfrorenen Füßen, Brustdrüsenschwellung und bei häufigem Nasenbluten.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wird Weihrauch innerlich kaum noch angewandt, jedoch ist es äußerlich immer noch Bestandteil von Pflastern und Salben bis es in Vergessenheit gerät. Grund hierfür war das Aufkommen chemischer Arzneimittel, die die pflanzlichen Arzneien wie den Weihrauch erst einmal in den Hintergrund treten ließen.